Das Touristenvisum vor der Reise: 60 Tage mit Stempel – und das METV, das an 200.000 Baht hängt

Stand 08/2026 · Thailand

Die meisten fliegen ohne Visum. Das funktioniert, solange die visumfreie Einreise das hergibt, was du vorhast – und genau da wird es gerade unübersichtlich: Die Verkürzung auf 30 statt 60 Tage ist beschlossen, aber noch nicht in Kraft, und der Beamte an der Grenze entscheidet ohnehin selbst. Wer das nicht mag, dreht die Reihenfolge um und holt sich das Visum vorher.

Der Weg dafür heißt Touristenvisum, Kürzel TR. Er ist unspektakulär, wenn man ihn kennt. Er hat aber drei Stellen, an denen Anträge reihenweise sterben, und eine davon lässt sich hinterher nicht mehr reparieren.

Zwei Varianten, ein Portal

Es gibt das Touristenvisum in zwei Ausführungen, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als der Name vermuten lässt.

Einfache Einreise Mehrfach (METV)
Gültigkeit ab Ausstellung 3 Monate 6 Monate
Einreisen eine beliebig viele
Aufenthalt je Einreise 60 Tage 60 Tage
Verlängerung im Land einmal 30 Tage einmal 30 Tage je Einreise
Finanznachweis 20.000 Baht 200.000 Baht

Angaben nach dem E-Visa-Ratgeber des Thaiger vom 30.07.2026 und dem METV-Beitrag des Wochenblitz vom 02.04.2026.

Die Gültigkeit ist nicht der Aufenthalt. Das ist der Punkt, an dem sich Leser am häufigsten vertun. Die drei Monate beim einfachen Visum sind das Fenster, in dem du einreisen musst. Die 60 Tage laufen erst ab dem Stempel. Wer im September beantragt und im November fliegt, ist im Rahmen; wer im September beantragt und im Januar fliegt, hat für nichts bezahlt.

Was die Quellen nicht sauber hergeben, ist der Randfall beim METV: was passiert, wenn du am letzten Gültigkeitstag einreist. Die naheliegende Lesart – die 60 Tage laufen dann noch vollständig ab – steht in keiner der eingesehenen amtlichen Angaben ausdrücklich. Wenn deine Planung an dieser Frage hängt, ist das die eine Sache, die du bei deiner Vertretung vorher klärst.

Der Antrag läuft nur online – und nur von draußen

Anträge nimmt ausschließlich das E-Visa-Portal des thailändischen Außenministeriums entgegen: thaievisa.go.th. Die Botschaft Berlin sagt das auf ihrer deutschsprachigen Seite unmissverständlich – kein Papierantrag, kein Postweg, keine persönliche Vorsprache. Die Endung .go.th ist auch hier das Erkennungsmerkmal; alles auf .com oder .net ist ein Mittelsmann oder schlimmeres, dieselbe Lage wie bei der Einreisekarte TDAC.

Zwei formale Hürden stehen gleich am Anfang:

  • Du musst dich im Land deiner Vertretung aufhalten. Die Botschaft Berlin verlangt, dass du dich zum Zeitpunkt des Antrags in Deutschland befindest; wer woanders sitzt, beantragt bei der Vertretung vor Ort.
  • Aus Thailand heraus geht es gar nicht. Ein Antrag, der von thailändischem Boden aus gestellt wird, wird nach Darstellung des Wochenblitz (31.07.2026) automatisch abgelehnt – und die Gebühr ist weg. Das trifft die Sorte Reisender, der aus zwei Wochen drei Monate gemacht hat und im Land nachbessern will. Für den ist die Verlängerung bei der Immigration der Weg, nicht das Portal.

Welche Vertretung für dich zuständig ist, hängt am Wohnsitz. Die Botschaft Berlin führt neun Bundesländer auf – Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein. Wohnst du woanders, ist ein Generalkonsulat zuständig; die Zuordnung steht auf dessen Seite, und das Portal fragt sie beim Antrag ab. Falsch gewählt heißt: von vorn.

Was du hochlädst

Papier gibt es nicht, alles sind Dateien. Nach der Unterlagenliste des Thaiger (30.07.2026) und den Formatvorgaben des Wochenblitz (31.07.2026) sind das:

  • Passbiodatenseite als Scan, alle vier Ecken sichtbar, bis 3 MB. Der Pass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein – das steht auch in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts.
  • Lichtbild, JPG, höchstens 200 KB, weißer Hintergrund, keine Filter.
  • Kontoauszug über drei bis sechs Monate, mit deinem Namen und dem Stempel der Bank. Screenshots aus der Banking-App werden nicht genommen. Wer nur eine Direktbank hat, druckt sich den Auszug als PDF aus dem Postfach – das ist die Fassung mit Kopf und Kennung, nicht die Ansicht in der App.
  • Nachweis über Unterkunft und Reise, also Buchung und Flugdaten.
  • Unterschriebene Erklärung aus dem Portal.

Der Geldnachweis für das einfache Visum liegt bei 20.000 Baht, rund 520 Euro zum EZB-Kurs vom 17.08.2026. Das ist derselbe Betrag, den auch das Auswärtige Amt für die Einreise nennt und den man an der Grenze vorzeigen können muss – Einzelheiten dazu im Geldnachweis bei der Einreise. Zwei Prüfungen, ein Betrag: einmal beim Antrag als Auszug, einmal am Flughafen notfalls als Bargeld.

Die Gebühr

Der Grundbetrag steht in Baht, jede Vertretung rechnet ihn selbst um. Für das METV nennt der Wochenblitz rund 7.000 Baht, je nach Konsulat 175 bis 185 Euro (Stand 02.04.2026). Für die einfache Einreise gibt keine der hier eingesehenen Quellen eine übereinstimmende Zahl her; verbindlich ist ohnehin nur der Betrag, den dir das Portal vor der Zahlung anzeigt.

Zwei Dinge gelten unabhängig von der Höhe: Bezahlt wird im Portal, und erstattet wird nichts – auch nicht bei Ablehnung. Die Gebühr ist der Preis für die Prüfung, nicht für das Visum.

Die Hürde, an der das METV hängt

Auf dem Papier ist das Mehrfachvisum die elegante Lösung: sechs Monate lang rein und raus, jedes Mal 60 Tage, kein Zittern an der Grenze. Praktisch scheitert es an einer Zahl.

Die Botschaft Berlin verlangt für das METV seit Mai 2025 einen Kontonachweis über 200.000 Baht – zum Kurs vom 17.08.2026 rund 5.200 Euro –, und zwar konstant über drei bis sechs Monate (Wochenblitz, 02.04.2026). Konstant heißt: nicht kurz vorher überwiesen. Das ist derselbe Mechanismus, an dem auch bei den Langzeitvisa die meisten Anträge sterben – Geld, das erst seit vierzehn Tagen dort liegt, liest sich für die Prüfstelle wie geliehenes Geld.

Wer diese Summe nicht drei Monate lang unangetastet stehen lassen kann, nimmt das einfache Visum und plant den Rest anders. Zwei Anträge mit einfacher Einreise sind kein Fehler, sondern der normale Weg.

Zeitplan: rückwärts rechnen

Die Botschaft Berlin nennt 15 Werktage ab Antragstellung und vollständiger Gebührenzahlung, Wochenenden und Feiertage der Vertretung nicht mitgezählt. Der Wochenblitz nennt eine Spanne von fünf bis fünfzehn Werktagen. Rechne mit dem oberen Wert.

Nach oben ist das Fenster ebenfalls begrenzt: frühestens drei Monate vor dem Reisedatum. Damit bleibt ein realistischer Korridor von etwa sechs bis acht Wochen vor Abflug. Wer früher will, wird abgewiesen; wer später kommt, hat keinen Puffer für Nachforderungen.

Das Visum kommt als PDF per E-Mail. Ausdrucken – nicht wegen der thailändischen Grenze, sondern wegen des Check-in-Schalters in Deutschland, an dem gelegentlich noch Papier sehen will, wer dich befördert. Was am Gate sonst noch verlangt wird, steht im Weiterreise-Nachweis.

Was das Visum nicht erledigt

Es ersetzt die Einreisekarte nicht. Die TDAC ist auch mit Visum fällig, bei jeder Einreise neu.

Es ist keine Einreisegarantie. Ein Visum ist die Erlaubnis, um Einlass zu bitten. Die Entscheidung fällt am Schalter, und die Fragen nach Geld, Unterkunft und Rückflug kommen trotzdem.

Es verlängert sich nicht von selbst. Die 60 Tage sind 60 Tage, plus einmal 30 gegen 1.900 Baht bei der Immigration. Danach zählt jeder Tag als Overstay – mit Visum genauso wie ohne.

Und die Agentur, die „das schon regelt", ist keine Abkürzung. Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Vermittlern und nennt zahlreiche Fälle, in denen Reisenden gefälschte Visa verkauft wurden. Was du dabei einhandelst, ist nicht nur der Verlust des Geldes, sondern ein Strafverfahren wegen gefälschter Dokumente.

Hinweis

Gebühren, Unterlagenlisten und die Praxis der einzelnen Vertretungen ändern sich in Thailand kurzfristig und ohne Ankündigung. Prüfe beides vor dem Antrag auf der Seite der für dich zuständigen Vertretung. Verbindlich sind allein die thailändische Vertretung, das Immigration Bureau und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Aus meiner Erfahrung

Beim Touristenvisum reden alle über die Tage. Der eigentliche Gewinn ist die Ruhe. Visumfrei bist du auf ein Ermessen angewiesen, das sich in den letzten zwei Jahren mehrfach verschoben hat; mit Visum im Pass ist die Frage vor dem Abflug erledigt. Was ich niemandem raten würde, ist der Versuch, das METV auf Kante zu nähen – wer die 200.000 Baht drei Monate lang nur deshalb liegen lässt, um sie danach sofort zu brauchen, hat sich das falsche Visum ausgesucht. Und die Gebühr ist weg, sobald du auf Absenden drückst: Das ist der Grund, warum ich die Unterlagen lieber zweimal ansehe als einmal.

Quellen und Grundlage: Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Thailand, Abschnitt „Einreise und Zoll", Seitenstand 17.08.2026, eigener Abruf am 17.08.2026 – für die Passgültigkeit von mindestens sechs Monaten bei Einreise, die Beantragung von Visa als e-Visum über die Seite des thailändischen Außenministeriums, den Geldnachweis von mindestens 20.000 THB je Person beziehungsweise 40.000 THB je Familie bei visumfreier Einreise und bei Touristenvisa, die digitale Einreisekarte als Pflicht für alle Nichtthailänder sowie die ausdrückliche Empfehlung, Verlängerungen unmittelbar bei der Einwanderungsbehörde und nicht über Reisebüros oder Hotels zu beantragen, samt Hinweis auf zahlreiche Betrugsfälle mit verkauften gefälschten Visa. Königlich Thailändische Botschaft Berlin, Seiten „E-Visa-System" und „Allgemeine Informationen" (deutschsprachig, amtlich), Stand des Abrufs 17.08.2026 – für die ausschließlich elektronische Antragstellung über thaievisa.go.th, den Ausschluss von Papieranträgen, Postweg und pers

Hinweis: Erfahrungswissen, keine Rechts-, Steuer- oder verbindliche Visa-Beratung. Regeln ändern sich – prüfe Entscheidendes im Zweifel bei einer offiziellen Stelle.

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