30 statt 60 Tage visumfrei: was beschlossen ist und was heute an der Grenze passiert
Stand 08/2026 · Thailand
Seit Mitte Juli laufen die Schlagzeilen: Thailand streicht die 60-Tage-Visumbefreiung, ab August gelten nur noch 30 Tage. Wer im selben Zeitraum eingereist ist, hat trotzdem 60 Tage in den Pass gestempelt bekommen. Beides stimmt – nur nicht zum selben Zeitpunkt. Der Unterschied entscheidet darüber, ob deine Reiseplanung aufgeht oder ob du am Ende Strafe zahlst.
Was heute gilt
Für deutsche Staatsangehörige gilt weiterhin die alte Regel: visumfreie Einreise, bis zu 60 Tage Aufenthalt, kein Antrag, keine Gebühr. Das Auswärtige Amt führt diesen Stand in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zu Thailand am 09.08.2026 unverändert; von einer bevorstehenden Verkürzung ist dort mit keinem Wort die Rede.
Dazu kommt unverändert die digitale Einreisekarte, die du vor Ankunft ausfüllst – frühestens drei Tage vorher, kostenlos. Wie das geht, steht in der Anleitung zur TDAC. An dieser Pflicht ändert der Beschluss nichts.
Verlängern kannst du den visumfreien Aufenthalt einmalig um weitere 30 Tage bei der Immigration im Land, in der Region also in Jomtien. Die Gebühr liegt laut der Visa-Übersicht des Thaiger vom 16.06.2026 bei 1.900 Baht – nach dem EZB-Referenzkurs vom 09.08.2026 (1 EUR = 38,13 THB) rund 50 Euro. Damit kommst du heute auf maximal 90 Tage am Stück.
Was beschlossen ist
Das thailändische Kabinett hat die Visumbefreiung in zwei Schritten umgebaut: am 19.05.2026 im Grundsatz, am 14.07.2026 in der endgültigen Fassung. Bisher galten für 93 Länder und Gebiete einheitlich 60 Tage. Künftig wird gestaffelt: Der größte Teil – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – bekommt 30 Tage, einige wenige Staaten fallen auf 15 Tage, andere auf ein Visum bei Ankunft.
Wie viele Länder am Ende in der 30-Tage-Gruppe stehen, geben die Berichte unterschiedlich an; die Zahlen schwanken je nach Meldung zwischen gut 50 und rund 60. Für dich ist das nachrangig: Dass Deutschland, Österreich und die Schweiz in der 30-Tage-Gruppe landen, berichten alle ausgewerteten Quellen übereinstimmend.
Als Begründung nennt die thailändische Seite Missbrauch – lange visumfreie Zeiträume seien zunehmend für Aufenthalte genutzt worden, für die sie nicht gedacht waren. Das ist der politische Rahmen, in dem auch die schärfere Handhabung wiederholter Grenzübertritte steht.
Warum es trotzdem noch nicht gilt
Ein Kabinettsbeschluss ist in Thailand eine politische Entscheidung, kein geltendes Recht. Wirksam wird die Änderung erst, wenn die zugehörigen Bekanntmachungen des Innenministeriums im Amtsblatt veröffentlicht sind – und dann noch einmal 15 Tage später.
Genau dieser Schritt stand bis zum 09.08.2026 aus. Solange er aussteht, wird an der Grenze weiter der 60-Tage-Stempel vergeben. Die deutschen Meldungen, die „ab August" schreiben, geben eine Erwartung wieder, kein Datum aus dem Amtsblatt. Wann veröffentlicht wird, ist offen; es kann in Wochen passieren oder sich weiter ziehen.
Die eigentliche Folge: aus 90 werden 60
Der Punkt, der in den Schlagzeilen meist untergeht, ist nicht die Halbierung an sich, sondern was sie mit der Verlängerung macht. Die Verlängerung bleibt bei 30 Tagen. Sie hängt aber an einem kürzeren Grundaufenthalt:
| heute | nach der Änderung | |
|---|---|---|
| visumfrei bei Einreise | 60 Tage | 30 Tage |
| einmalige Verlängerung | + 30 Tage | + 30 Tage |
| maximal am Stück | 90 Tage | 60 Tage |
| Gebühr der Verlängerung | 1.900 Baht | unverändert 1.900 Baht |
Wer bisher einen Wintermonat plus Verlängerung geplant hat, verliert damit einen ganzen Monat. Für den Zwei-Wochen-Urlauber ändert sich nichts. Für den, der von Oktober bis Januar bleiben wollte, ändert sich alles.
Wenn du schon im Land bist
Für die Übergangsphase gilt nach übereinstimmenden Berichten: Was gestempelt ist, gilt. Wer vor dem Inkrafttreten einreist und 60 Tage bekommen hat, darf diese 60 Tage auch ausschöpfen. Die neue Regel wirkt auf Einreisen ab dem Stichtag, nicht rückwirkend auf laufende Aufenthalte.
Ob eine Verlängerung, die du nach dem Stichtag für einen alten 60-Tage-Stempel beantragst, noch die vollen 30 Tage bringt, ist in den vorliegenden Quellen nicht ausdrücklich geregelt. Wenn dein Aufenthalt in diesen Übergang fällt, plane das nicht auf Kante, sondern frag bei der Immigration nach, bevor die Frist knapp wird.
Was das für deine Planung heißt
Sortiere dich nach der geplanten Aufenthaltsdauer:
- Bis 30 Tage: Dich betrifft die Änderung nicht. Pass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit, TDAC ausfüllen, fertig.
- 30 bis 60 Tage: Hier entscheidet der Stichtag. Buchst du für einen Zeitraum, der Monate in der Zukunft liegt, kalkuliere sicherheitshalber mit 30 Tagen plus Verlängerung – und prüfe kurz vor Abflug den Stand.
- Über 60 Tage: Verlass dich nicht auf die visumfreie Einreise. Ein Touristenvisum, beantragt vor der Reise über das offizielle E-Visa-System des thailändischen Außenministeriums, ist auf drei Monate gültig und erlaubt 60 Tage pro Einreise. Es ist der planbarere Weg, sobald die Verkürzung greift.
Die frühere Notlösung, kurz über die Grenze zu fahren und mit frischem Stempel zurückzukommen, ist keine mehr: Solche direkten Wiedereinreisen sind begrenzt, und bei Vielreisenden wird nachgefragt. Dazu kommt, dass die Landgrenze nach Kambodscha derzeit ohnehin dicht ist.
Wie du den Stand selbst prüfst
Zwei Adressen reichen, und beide sind kostenlos:
- Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Thailand. Der Abschnitt „Einreise und Zoll" nennt die geltende Aufenthaltsdauer und trägt ein Stand-Datum. Ändert sich dort die Zahl von 60 auf 30, ist die Regel durch.
- thaievisa.go.th, die offizielle E-Visa-Seite des thailändischen Außenministeriums. Nur dort beantragst du ein Visum direkt.
Rechne damit, dass die Verkürzung eine Welle von Vermittlerseiten nach sich zieht, die Panik und „Eilanträge" verkaufen. Weder die TDAC noch die Auskunft über den geltenden Stand kosten etwas. Wer für eine kostenlose Anmeldung Geld verlangt, ist ein Mittelsmann – und manchmal schlicht eine Betrugsseite. Das Muster kennst du aus den gängigen Abzock-Maschen: erst künstliche Dringlichkeit, dann Gebühr.
Der Fehler, der wirklich teuer wird
Wer sich auf 60 Tage verlässt, obwohl inzwischen 30 gelten, sitzt nach vier Wochen im Overstay, ohne es zu merken. Das kostet 500 Baht pro Tag, gedeckelt bei 20.000 Baht (Thaiger, Stand 16.06.2026) – bei längerem Überziehen kommen Einreisesperren dazu. Die Beamten kontrollieren am Flughafen, nicht du.
Deshalb die einfachste Absicherung, unabhängig davon, wie die Sache ausgeht: Sieh dir am Tag der Einreise den Stempel an und rechne das Datum aus, das darin steht. Nicht das, was du erwartet hast. Was im Pass steht, gilt.
Die Grundlagen zu Einreise, Verlängerung und TDAC stehen ausführlich in den Visa-Basics. Und weil es beim Thema Einreise oft in einem Aufwasch gefragt wird: Eine Krankenversicherung für Thailand ist von alldem unberührt – die brauchst du bei 30 wie bei 60 Tagen.
Verbindlich sind allein Immigration und Botschaft. Regeln in Thailand ändern sich kurzfristig, und dieser Artikel hat ein Stand-Datum, das mit jedem Tag älter wird.
Aus meiner Erfahrung
Was mich an dieser Geschichte stört, ist nicht die Verkürzung selbst, sondern wie sie berichtet wird. Halb Deutschland schreibt seit Wochen „ab August 30 Tage", während an der Grenze weiter 60 gestempelt wird – und irgendwann kippt es wirklich, dann glaubt es keiner mehr. Für die meisten Urlauber ist das ohnehin folgenlos; wer zwei oder drei Wochen kommt, merkt von der ganzen Sache nichts. Eng wird es für die, die den Winter über bleiben und bisher mit 90 Tagen gerechnet haben. Ich würde bei so einer Planung nicht auf die visumfreie Einreise setzen, sondern das Visum vorher beantragen und die Sache vom Tisch haben.
Quellen und Grundlage: Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Thailand, abgerufen 09.08.2026 (Stand der Seite 09.08.2026, letzte inhaltliche Änderung 07.07.2026); Thaiger, Visa-Übersicht vom 16.06.2026 und 25.06./29.06.2026; The Pattaya News vom 15.07.2026; Wochenblitz vom 14.07.2026; Wechselkurs EZB-Referenzkurs vom 09.08.2026 (1 EUR = 38,13 THB). Ohne Gewähr.
Hinweis: Erfahrungswissen, keine Rechts-, Steuer- oder verbindliche Visa-Beratung. Regeln ändern sich – prüfe Entscheidendes im Zweifel bei einer offiziellen Stelle.