30 Tage dranhängen: die Verlängerung bei der Immigration in Jomtien
Stand 08/2026 · Pattaya
Es gibt in Thailand einen Behördengang, den fast jeder macht, der länger als ein paar Wochen bleibt: die einmalige Verlängerung des Aufenthalts um 30 Tage. Sie ist kein Visum, sie ist keine Verhandlung, und sie ist auch keine Schikane – sie ist ein Vormittag in einem Amt in Jomtien, für den du entweder die richtigen Papiere dabeihast oder eben nicht. Wer sie verpasst, ist am nächsten Tag im Overstay. Und wer sie mit der falschen Erwartung angeht, fährt zweimal.
Das Thema wird gerade wichtiger, als es war. Solange die visumfreie Einreise 60 Tage bringt, ist die Verlängerung Komfort. Sobald die beschlossene Kürzung auf 30 Tage in Kraft tritt, ist sie für jeden Zweimonatsaufenthalt Pflicht. Der Ablauf bleibt derselbe.
Was die Verlängerung ist – und was nicht
Das Auswärtige Amt fasst den rechtlichen Kern in zwei Sätzen zusammen: Eine einmalige Verlängerung des visumfreien Aufenthalts um höchstens 30 weitere Tage zu ausschließlich touristischen Zwecken ist möglich, und sie muss vor Ablauf der zulässigen visumfreien Aufenthaltsdauer beim zuständigen Immigration Bureau beantragt werden.
Darin stecken drei Grenzen, an denen sich viele stoßen:
- Einmalig. Es gibt keine zweite Runde. Nach der Verlängerung ist die visumfreie Schiene ausgereizt; wer dann noch bleiben will, braucht ein echtes Visum.
- Vor Ablauf. Ein abgelaufener Aufenthalt lässt sich nicht rückwirkend verlängern. Ist der Stempeltag vorbei, bist du nicht Antragsteller, sondern Fall für die Overstay-Regeln.
- Touristisch. Die Verlängerung deckt Urlaub ab, nichts anderes. Wer damit arbeitet, Geschäfte betreibt oder einen dauerhaften Wohnsitz begründet, ist im falschen Verfahren.
Was die Verlängerung nicht ist: ein neuer Anfang. Sie hängt an deiner bestehenden Erlaubnis dran. Der neue Stempel rechnet ab dem Tag, an dem der alte endet – nicht ab dem Tag, an dem du am Schalter stehst. Früh hingehen kostet dich also keinen einzigen Tag.
Was es kostet
| Posten | Betrag | Wofür |
|---|---|---|
| Verlängerung um 30 Tage | 1.900 THB (rund 50 EUR) | der eigentliche Antrag, Formular TM.7 |
| Re-Entry-Permit, einfach | 1.000 THB (rund 26 EUR) | nur nötig, wenn du zwischendurch ausreist |
| Re-Entry-Permit, mehrfach | 3.800 THB (rund 99 EUR) | dasselbe für mehrere Aus- und Einreisen |
Bezahlt wird bar und in Baht. Karte geht nicht, Überweisung geht nicht, Euro gehen nicht. Der EZB-Referenzkurs vom 15.08.2026 lag bei 1 EUR = 38,32 THB; die Beträge in Euro sind Umrechnung, keine Preisangabe. Zieh das Geld vorher ab – wie du das ohne unnötige Gebühren machst, steht in Bargeld, Wechselkurs, Trinkgeld.
Was du mitbringst
Die Liste ist kurz, aber jeder Punkt ist ein möglicher Rückweg:
- Reisepass im Original. Er muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig gewesen sein; prüf das lieber vor der Reise als am Schalter.
- Formular TM.7. Gibt es im Amt und in den Kopierläden davor. In Blockschrift ausfüllen, nichts freilassen.
- Ein Passfoto, 4×6 cm, weißer Hintergrund, aktuell. Die Läden gegenüber machen es in fünf Minuten, aber nicht mehr, wenn du erst um halb vier auftauchst.
- Kopien: Passseite mit dem Foto, die Seite mit dem Einreisestempel, die Anmeldung deiner Einreise. Jede Kopie unterschrieben – das wird tatsächlich geprüft.
- Nachweis der Unterkunft: Hotelbuchung, Mietvertrag oder eine Bestätigung des Vermieters.
- Der TM.30-Beleg. Dazu der nächste Abschnitt, weil er der häufigste Grund ist, warum jemand ohne Stempel wieder rausgeht.
Der TM.30-Beleg: der Zettel, der nicht dir gehört
Wer in Thailand einen Ausländer beherbergt, muss ihn bei der Einwanderungsbehörde melden – Hotel, Guesthouse, Vermieter, Freund mit Gästezimmer, alle gleichermaßen. Die Meldung heißt TM.30. Sie ist nicht deine Pflicht, aber der Beleg darüber wird von dir verlangt.
Ordentliche Hotels erledigen das automatisch. Frag trotzdem an der Rezeption nach dem Beleg, bevor du losfährst; es ist eine Minute und erspart die zweite Fahrt. Kritisch wird es bei privat vermieteten Condos, bei Untermiete und bei allem, was über eine Buchungsplattform von einer Privatperson kommt: Dort wird die Meldung oft schlicht nicht gemacht, weil der Eigentümer selbst nicht weiß, dass er muss. Das merkst du dann am Schalter.
Wenn du länger bleiben willst, ist das der eine Punkt, den du in der ersten Woche klärst, nicht in der letzten. Welche Unterkunftsform welche Nebenwirkungen hat, steht in Unterkunft in Pattaya.
Wo und wann
Zuständig für Pattaya ist die Einwanderungsbehörde in Jomtien an der Beach Road, Höhe Soi 5 – nicht im Stadtzentrum. Die genaue Anschrift prüf vor der Fahrt kurz nach; das Büro ist in der Vergangenheit umgezogen, und ein Bahtbus-Fahrer, der dich zur alten Adresse bringt, kostet dich den Vormittag.
Geöffnet ist von Montag bis Freitag, vormittags und nachmittags, mit Mittagspause; an Wochenenden und thailändischen Feiertagen ist zu. Entscheidend ist nicht die Schließzeit, sondern die Ausgabe der Wartenummern: Für Verlängerungen ist damit am frühen Nachmittag Schluss, an vollen Tagen früher. Wer um halb vier ankommt, steht vor einem offenen Amt und bekommt trotzdem nichts mehr.
Drei Dinge aus der Praxis, die nichts kosten und viel bringen:
- Früh da sein, deutlich vor der Öffnung, und wenn möglich Dienstag bis Donnerstag. Montag und Freitag sind die vollen Tage.
- Nicht am letzten Tag. Geh ein paar Tage vorher. Du verlierst dadurch keine Zeit – siehe oben, gerechnet wird ab Ablauf – aber du hast einen Puffer, falls ein Papier fehlt.
- Ordentlich anziehen. Kein Muskelshirt, keine Badelatschen. Das ist eine Behörde, und wer wie ein Antragsteller aussieht, wird schneller behandelt als jemand, der aussieht, als käme er vom Strand.
Wenn du zwischendurch ausreisen willst
Eine Verlängerung ist an das Land gebunden, nicht an dich. Verlässt du Thailand ohne Re-Entry-Permit, ist die verlängerte Erlaubnis erloschen – auch wenn im Pass noch drei Wochen stehen. Bei der Rückkehr bekommst du eine neue visumfreie Einreise, und die kann kürzer sein als das, was du gerade weggeworfen hast.
Das Permit gibt es bei der Immigration und an großen Flughäfen, einfach oder mehrfach (Preise oben). Wer einen Wochenendtrip plant, rechnet also vorher nach, was billiger ist: 1.000 Baht Permit oder der Verlust der verbleibenden Tage. Und wer über eine Landgrenze denkt: Die Übergänge nach Kambodscha sind weiterhin geschlossen.
Die Agentur-Frage
An jeder zweiten Ecke in Pattaya bietet jemand an, den Behördengang für dich zu erledigen. Das Auswärtige Amt wird an dieser Stelle für ein Ministerium ungewöhnlich deutlich: Verlängerungen sollen unmittelbar bei der thailändischen Einwanderungsbehörde beantragt werden, Dienste von Reisebüros oder Hotels sollen nicht in Anspruch genommen werden. Der Grund steht im selben Text: Es sind zahlreiche Betrugsfälle bekannt, in denen Reisenden gefälschte Visa verkauft wurden – mit der Folge eines zusätzlichen Strafverfahrens wegen des Besitzes gefälschter Dokumente.
Das ist die Rechnung, um die es geht. Du sparst zwei Stunden Wartezeit und riskierst dafür einen Stempel, dessen Herkunft du nicht kennst, in dem Dokument, das dich aus dem Land bringen soll. Bei der Ausreise fällt so etwas auf, nicht vorher. Ein Amt, in dem man selbst gewesen ist, hat den unschätzbaren Vorteil, dass man weiß, was im Pass steht.
Davon zu unterscheiden sind Kopierläden und Fotoläden vor dem Amt, die dir Formular, Kopien und Foto verkaufen. Die machen Papierkram, keine Anträge – das ist harmlos.
Wenn es schiefgeht
Ein Tag über der erlaubten Zeit ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht: 500 Baht pauschal je zusätzlichem Tag, höchstens 20.000 Baht, und bei größeren Zeiträumen drohen Festnahme, Abschiebehaft auf eigene Kosten und eine Wiedereinreisesperre. Was das im Einzelnen bedeutet, steht in Overstay. Gemessen daran sind 1.900 Baht und ein Vormittag der günstigste Teil der ganzen Angelegenheit.
Hinweis
Aufenthaltsrecht, Gebühren und die Handhabung vor Ort ändern sich in Thailand kurzfristig, und einzelne Immigration-Büros verlangen unterschiedliche Unterlagen. Verbindlich ist allein das thailändische Immigration Bureau; die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts geben den deutschen Stand wieder. Dieser Text bildet den Stand vom 15. August 2026 ab. Den größeren Zusammenhang – visumfreie Tage, TDAC, Ein- und Ausreise – findest du in den Visa-Basics.
Aus meiner Erfahrung
Ich halte diesen Vormittag für den am meisten überschätzten Termin, den man hier haben kann: Er ist langweilig, nicht schwer. Was ihn kippen lässt, ist nie die Behörde, sondern ein Zettel, den jemand anders hätte ausfüllen müssen – deshalb frage ich bei jeder Unterkunft früh nach der Meldung und nicht erst, wenn es eilig wird. Von den Angeboten, das gegen Gebühr erledigen zu lassen, halte ich nichts; in dem einen Dokument, das dich am Ende wieder nach Hause bringt, will ich keinen Stempel haben, dessen Weg ich nicht kenne. Wer ein paar Tage Puffer einplant und ordentlich angezogen früh dort steht, ist meist vor dem Mittagessen fertig.
Quellen und Grundlage: Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Thailand, Seitenstand 07.07.2026, abgerufen am 15.08.2026 – für die einmalige Verlängerung des visumfreien Aufenthalts um höchstens 30 Tage zu ausschließlich touristischen Zwecken, die Antragstellung vor Ablauf der zulässigen Aufenthaltsdauer beim zuständigen Immigration Bureau, die Passgültigkeit von mindestens sechs Monaten bei Einreise, die Höchstdauer von 60 Tagen bei visumfreier Einreise, die Overstay-Strafe von 500 THB je Tag (höchstens 20.000 THB) sowie die ausdrückliche Empfehlung, Verlängerungen unmittelbar bei der Einwanderungsbehörde und nicht über Reisebüros oder Hotels zu beantragen. Gebühr von 1.900 THB, Formular TM.7, Passfoto 4×6 cm, unterschriebene Kopien und der TM.30-Meldebeleg nach übereinstimmender Darstellung mehrerer Visa-Dienstleister und des Pattaya City Expats Club, abgerufen am 15.08.2026; Öffnungs- und Ausgabezeiten des Büros in Jomtien nach denselben Quellen. Re-Entry-Permit 1.000 THB (einfach) bzw. 3.800 THB
Hinweis: Erfahrungswissen, keine Rechts-, Steuer- oder verbindliche Visa-Beratung. Regeln ändern sich – prüfe Entscheidendes im Zweifel bei einer offiziellen Stelle.