Barfine, Shorttime, Longtime: die Begriffe, die Größenordnungen und die eine Grenze

Stand 08/2026 · Pattaya

Diese drei Wörter hört man in Pattaya am ersten Abend, und die wenigsten trauen sich zu fragen, was sie eigentlich heißen. Hier steht es nüchtern, ohne Augenzwinkern und ohne Predigt. Missverständnisse sind in diesem Bereich die häufigste Ursache für Ärger, und fast alle entstehen aus Begriffen, die zwei Leute unterschiedlich verstanden haben.

Barfine

Die Barfine ist eine Gebühr an die Bar, nicht an die Frau. Sie gleicht aus, dass eine Angestellte den Arbeitsplatz früher verlässt; die Bar verdient dadurch trotzdem an dem Abend.

Beobachtete Größenordnungen, Stand August 2026: in Bierbars 300 bis 700 Baht, in Gogo-Bars 800 bis 1.500 Baht, zu Stoßzeiten und in bekannten Läden auch darüber. Zum Referenzkurs vom 21.08.2026 sind 1.000 Baht rund 26 Euro.

Entscheidend ist, was mit der Barfine nicht bezahlt ist: nichts weiter. Sie löst niemanden aus dem Dienst, sie vereinbart nichts, und sie ersetzt kein Gespräch. Alles Weitere ist Sache zwischen zwei Erwachsenen und wird vorher besprochen, nicht hinterher. Wer beides vermischt, produziert genau die Auseinandersetzungen, von denen andere später erzählen.

Shorttime

Shorttime meint eine kurze Verabredung, ein bis zwei Stunden. In Pattaya kursieren nach meiner Beobachtung 1.000 bis 1.500 Baht im Bierbar-Umfeld und ab 2.000 Baht im Gogo-Bereich – jeweils zusätzlich zur Barfine und gegebenenfalls zum Zimmer.

Manche Hotels verlangen für Besuch eine Joiner Fee (beobachtet 0 bis 500 Baht) oder lassen Besuch gar nicht zu. Das steht meist am Empfang oder in der Buchungsbeschreibung; das Stichwort dafür heißt „guest friendly". Vorher wissen erspart die Diskussion an der Rezeption um zwei Uhr nachts – und die gewinnt nie der Gast. Welche Wohnform was erlaubt, steht in Unterkunft in Pattaya.

Longtime

Longtime meint die ganze Nacht oder länger. Beobachteter Richtwert: 2.000 bis 3.000 Baht und mehr, je nach Absprache.

Je länger der Zeitraum, desto wichtiger die klare Verabredung vorher – über Zeit, Betrag und Erwartung. Die meisten schlechten Geschichten beginnen mit „das war doch klar" und enden mit zwei Menschen, für die etwas völlig Unterschiedliches klar war.

Die Rechtslage – so, wie das Auswärtige Amt sie beschreibt

Zwei Sätze aus den amtlichen Reise- und Sicherheitshinweisen für Thailand gehören in diesen Artikel, weil sie die Grundlage sind, auf der das alles stattfindet.

Der erste: Prostitution ist in Thailand verboten und kann mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Durchgesetzt wird das im Alltag kaum, das Nachtleben läuft offen. Für dich als Besucher heißt es vor allem eines: Du bewegst dich in einem Bereich, in dem du im Streitfall nichts einklagen kannst. Wer das weiß, verhält sich anders – und landet seltener in Lagen, aus denen er nicht mehr herauskommt. Was im Nachtleben sonst noch strafbar ist, sortiert Verboten und trotzdem überall.

Die eine Grenze, bei der es keine Grauzone gibt

Der zweite Satz ist der wichtigste des ganzen Artikels, und er steht wörtlich in den amtlichen Hinweisen:

  • Sexueller Missbrauch von Minderjährigen wird in Thailand hart bestraft – und auch in Deutschland strafrechtlich verfolgt, wenn die Tat in Thailand begangen wurde. Die Ausreise beendet das Verfahren nicht, sie verlegt es.
  • Auch einvernehmliche sexuelle Handlungen mit unter 18-Jährigen sind nach thailändischem Recht strafbar. Einverständnis spielt keine Rolle.
  • Und der Punkt, den viele unterschätzen: Gewissheit über das Alter ist selbst dann schwer zu erlangen, wenn man sich einen Ausweis zeigen lässt, weil Ausweise häufig gefälscht sind.

Der letzte Punkt hebt die bequeme Ausrede auf, man habe ja nachgesehen. Wenn ein Papier keine Sicherheit gibt, bleibt nur die eigene Einschätzung – und bei Zweifel gibt es genau eine richtige Entscheidung, nämlich zu gehen. Das ist keine moralische Ermahnung, sondern die nüchterne Beschreibung eines Risikos, das in zwei Rechtsordnungen gleichzeitig läuft und keine zweite Chance kennt.

Der Teil danach, über den seltener geredet wird

Was in den Preisspannen oben nicht steht, ist der häufigste tatsächliche Verlust: Er passiert nicht beim Aushandeln, sondern im Zimmer.

In Pattaya sind zwischen Februar und Juli 2026 mehrere Fälle öffentlich geworden, in denen Urlauber in ihrer eigenen Unterkunft bestohlen wurden – zweimal ging es um mehr als 100.000 Baht. Der Ablauf ähnelt sich so stark, dass er inzwischen ein eigener Artikel ist: Mit aufs Zimmer. Die zweite Variante, bei der aus einer Person unversehens eine Gruppe wird, steht in Aus einer werden vier.

Die praktische Folgerung ist unspektakulär und wirkt: Nimm für den Abend mit, was der Abend kosten darf. Pass, Karten, Uhr und der Rest des Bargelds bleiben im Zimmersafe – nicht in der Schublade, nicht in der Hosentasche über dem Stuhl.

Und wenn es doch zum Streit kommt: Der Ort dafür ist nicht das Zimmer und nicht die Straße. Wer in Thailand selbst zugreift, um etwas zurückzuholen, steht in der Gegendarstellung als Angreifer da – und eine Verurteilung führt nach Verbüßung zur Abschiebung und zu einem unbefristeten Wiedereinreiseverbot.

Die drei Regeln, die den meisten Ärger verhindern

  1. Vorher reden, nicht nachher. Betrag, Zeit, Erwartung – einmal kurz klären. Das ist nicht unromantisch, das ist die Verabredung.
  2. Passend zahlen. Große Scheine und „ich habe es nicht kleiner" sind eine der häufigsten Reibungsquellen überhaupt.
  3. Respekt kostet nichts. Gegenüber steht ein Mensch, der arbeitet. Wer das vergisst, hat so oder so den teuersten Abend.

Diese Seite erklärt Begriffe und Größenordnungen. Die Beträge sind Richtwerte aus eigener Beobachtung und schwanken nach Ort, Saison und Person; die letzte Zahl verhandelt ohnehin das Leben selbst. Wie sich ein Abend insgesamt rechnet, steht in Was kostet ein Abend in Pattaya, die Begriffe gesammelt im Wörterbuch von A bis Z.

Aus meiner Erfahrung

Über Geld wird in diesem Milieu erstaunlich selten offen geredet, und das ist die Ursache für fast jeden Streit, den ich mitbekommen habe. Zwei Sätze vorher, freundlich gesagt, ersparen den unangenehmen Moment hinterher – und werden nirgends als unhöflich verstanden, im Gegenteil. Beim Thema Alter kenne ich keine Abwägung: Wer unsicher ist, geht. Ein Ausweis, den man vorgelegt bekommt, beweist nach amtlicher Einschätzung nichts, und die Sache wird auch in Deutschland verfolgt. Damit ist das kein Risiko, das man eingeht, sondern eines, das man nicht eingeht.

Quellen und Grundlage: Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Thailand, letzte inhaltliche Änderung laut Amt 18.08.2026, 13:28 UTC, abgerufen am 21.08.2026 über die offene Datenschnittstelle – für den Satz, dass Prostitution in Thailand verboten ist und mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden kann; für die Feststellung, dass sexueller Missbrauch von Minderjährigen in Thailand hart bestraft und auch in Deutschland strafrechtlich verfolgt wird, wenn die Tat in Thailand begangen wurde; dafür, dass auch einvernehmliche sexuelle Handlungen mit unter 18-Jährigen nach thailändischem Recht strafbar sind; und für den Hinweis, dass Gewissheit über das Alter selbst bei vorgezeigtem Ausweis schwer zu erlangen ist, weil Ausweise häufig gefälscht sind. Europäische Zentralbank, Referenzkurs vom 21.08.2026 – 1 EUR = 38,448 THB. Eigene Beobachtung Thai-Watch in Pattaya, Stand August 2026 – für sämtliche genannten Beträge zu Barfine, Shorttime, Longtime und Joiner Fee sowie für die Beschreibung der Abläufe. D

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